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Auch in Südafrika gibt es Regeln für den Weinbau – eine kurze Übersicht

Blogbeitrag vom 13.04.16 - Für den europäischen Weingenießer sind die Gesetze und Regelungen, die für die Weinproduzenten in anderen Ländern gelten, meist ein Buch mit sieben Siegeln. Hier herrschen ganz oft Vorurteile, gerade bei Staaten, die nicht als moderne Industrienationen gelten. Aber gerade Südafrika hat umfassende Gesetze und Projekte, denen sich die Weinbauern und Kellermeister freiwillig anschließen können. Dies in epischer Breite aufzuschlüsseln hätte den Umfang eines mehrstündigen Seminars. Hier also ein trotz allem spannender kurzer Blick in dieses Thema.


Nachhaltigkeit bei Behind The Grapes

An oberster Stelle steht für die Traubenbauern und Weinerzeuger das Wine and Spirit Board (WSB). Dies ist eine Abteilung des südafrikanischen Landwirtschaftsministeriums und kümmert sich um die Gesetze den Weinbau betreffend und deren Durchsetzung. Hier sind alle grundsätzlichen Dinge geregelt, bis hin zu den Anträgen und Formularen, die man benötigt, wenn man in diesem Wirtschaftszweig ein Unternehmen gründen möchte. Auch die Vorschriften für die richtige Etikettierung der Weinflaschen fallen in die Verantwortung des WSB. Für den Endverbraucher am wichtigsten ist aber, dass das WSB ein Siegel vergibt, welches sich am Flaschenhals findet. Dieses graue Siegel garantiert dem Genießer, dass die Angaben von Rebsorte(n), Jahrgang und Herkunft auf dem Etikett der Wahrheit entsprechen. Desweiteren besagt dieses Siegel, dass die Flasche in Südafrika abgefüllt worden ist. Fehlt das Siegel auf der Flasche, zum Beispiel bei Supermarktweinen, kam der Wein in riesigen Tanks per Schiff nach Europa und wurde hier auf die Flaschen gezogen. Das WSB übernimmt nur die Verantwortung für den Inhalt des großen Tanks, dieser bekommt das Siegel. Vom Verlassen des Tanks bis hin zum Kauf im Geschäft liegt die Verantwortung nicht mehr bei südafrikanischen Behörden und eine lückenlose Zurückverfolgung bis zum Weinberg ist nur noch bedingt gegeben.

Bevor die Weinflasche also das rechts abgebildete, graue Siegel bekommt, prüft das WSB im Labor die Qualität des Weins. Hier geht es darum festzustellen, ob der Wein grundsätzlich genießbar ist, ob Schadstoffe festzustellen sind und ob der Wein für die jeweilige Region, in der er hergestellt wurde, typisch ist. Dies ist der kleinste, gemeinsame Nenner.

geprüfter Wein bei Behind the Grapes

Das "graue" Siegel

Integrität bei Behind The Grapes

Das "grüne" Siegel

Allerdings geht das Verständnis der Produzenten noch weiter. In Südafrika lebt man ganz anders mit der umgebenden Natur. Für die Mehrheit ist es selbstverständlich, sich im Naturschutz zu engagieren und respektvoll mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Damit auch dies dem Verbraucher klar vermittelt werden kann, wurde in Zusammenarbeit mit dem Wine and Spirit Board (WSB), der Integrated Production of Wine (IPW, kümmert sich um nachhaltiges Vorgehen bei der Produktion), der Biodiversity & Wine Initiative (BWI, hier steht der Naturschutz auf der Tagesordnung) und der Wines of South Africa (WOSA, kümmert sich um die Außenhandelsbeziehungen) eine Kooperation gegründet, die das allgemeine graue Siegel um mehrere Facetten erweitert. Die SWSA (Sustainable Wine South Africa) vergibt seit 2010 ein grünes Siegel. Genau wie beim WSB-Siegel wird dem Verbraucher garantiert, dass die Angaben auf dem Etikett stimmen, die Flasche in Südafrika abgefüllt wurde und gibt die Möglichkeit anhand von Codenummern den Wein bis zum Rebstock zurück zu verfolgen. Winzer und Weinbauer, die dieses grüne Siegel auf ihrer Flasche haben möchten müssen sich aber noch zusätzlich dazu verpflichten, die Regularien von IPW und BWI zu erfüllen und einzuhalten.

Im Rahmen der BWI-Regeln verpflichtet sich der Weinbauer, mindestens zwei Hektar seiner Landfläche vertraglich dauerhaft unter Naturschutz zu stellen. Er muss selbstverantwortlich dafür sorgen, dass nicht einheimische Pflanzen gerodet und so Platz für die vielfältige einheimische Pflanzenwelt geschaffen wird. Desweiteren muss der Weinbauer die Artenvielfalt, auch der Tierwelt, bewahren und schützen.

Die IPW-Regularien kümmern sich um die nachhaltigen Aufzucht der Trauben und ebenso nachhaltigen Arbeit im Keller. So regelt die IPW zum Beispiel den Umgang mit den verschiedenen Bodenarten, Art und Häufigkeit des Rebschnitts und ebenso Art und Häufigkeit des Einsatzes von chemischen Stoffen, etwa Pestiziden. Letzterer wird nicht gänzlich verboten, aber stark eingegrenzt. Ähnliche Regelungen existieren für die Arbeit im Weinkeller. Zusätzlich muss sich der Winzer verpflichten, Nutzwasser wieder aufzubereiten und für die Gesundheit und Sicherheit seiner MitarbeiterInnen zu sorgen.

Erst wenn die Vorgaben von IPW und BWI umgesetzt werden vergibt die SWSA das oben zu sehende grüne Siegel. Die Umsetzung dieser Richtlinien wird regelmäßig und streng von unabhängigen Stellen überprüft. Fast 90 Prozent der südafrikanischen Weinbauer und Weinerzeuger erhalten zurzeit das grüne Siegel und ihr Engagement geht zum großen Teil noch darüber hinaus. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass es aktuell bei etwas über 95.000 Hektar Rebfläche über 130.000 Hektar Land gibt, welches freiwillig von den Erzeugern unter Naturschutz gestellt wurde. Außerdem gibt es immer mehr Erzeuger, die biologischen Wein produzieren, das bedeutet hier wird gänzlich auf den Einsatz von chemischen Stoffen in Weinberg und Keller verzichtet. Allerdings gibt es hierfür kein gesondertes Siegel, wie es im europäischen Raum gängig ist. Denn der Verzicht auf chemische Mittel sagt noch nicht notwendigerweise etwas über den Umgang mit den natürlichen Ressourcen aus. So muss man, um biologischen Wein zu produzieren, nicht unbedingt eine Nutzwasseraufbereitungsanlage haben. Um das grüne Siegel des SWSA zu bekommen, ist dies aber zwingend notwendig.

Südafrika ist tatsächlich das erste Wein produzierende Land, das solch eine umfassende Zertifizierung eingeführt hat. Die Beteiligung und Umsetzung dieses Programms spricht seine eigene Sprache. Also einige Gründe mehr, südafrikanische Weine zu entdecken und wert zu schätzen.