Speaker's Corner

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Speaker's Corner - so nennt man auf Messen und Ausstellungen den Bereich, in welchem wechselnde, zum Thema passende Vorträge und Seminare gehalten werden. Einen solchen Bereich haben wir auch für dich vorbereitet. Hier spricht der Firmengründer Oliver Willem Neusser in loser Folge über die Themen Wein an sich, Wein aus Südafrika, gibt Einblicke in Land und Leute und lässt natürlich auch die Geschichten hinter den Trauben nicht unerzählt.

Südafrikanische Weine online Kaufen 


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Warum so wenig aus Stellenbosch?

Die in der Überschrift gestellte Frage höre ich gerade auf Festivals und Weinmessen recht häufig. Die interessierten Genießer am Stand wundern sich oftmals, warum ich nur ein Weingut aus Stellenbosch aktuell im Programm habe. Das kann ich beantworten: Ich suche meine Winzerpartner in Südafrika nicht nach dem jährlichen Besucherstrom aus. Viele deutsche Südafrikaurlauber machen während ihres Aufenthaltes am Kap eine Stipvisite in den Winelands, eben häufig in Stellenbosch. Es liegt sehr nah an Kapstadt und hat alleine mehrere Weinrouten für Touristen zu bieten. An diesen Weinrouten liegen viele tolle Weingüter, deren Namen sich der geneigte Tourist auch meist merkt und dann, zu Hause angekommen, im Alltag genießen möchte. Das ist sehr verständlich. Allerdings ist Stellenbosch nur einer von vielen geschäftigen und, nebenbei, auch wunderschönen Weinorten östlich, südöstlich und nördlich von Kapstadt. Wer sich nur auf Stellenbosch konzentriert, verpasst so einiges. Und zwar an architektonischen wie auch an Wein-Highlights. Ich verstehe natürlich, dass man als Tourist mit dem Plan, zum Beispiel die Gardenroute zu befahren, Straußenfarmen zu besuchen und auch dem Kruger Nationalpark einen Besuch abzustatten, nicht ewig viele Tage in den Winelands verbringen kann. So muss ganz zwangsläufig eine Auswahl getroffen werden. Diese ist meist willkürlich, da die schiere Anzahl an Weingütern eine groß angelegte Recherche erfordert. Oder man erhält Tips von Freunden, die schon mal am Kap waren, meist allerdings auch "nur" in Stellenbosch. 
Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Es gibt tolle Weingüter und Weine in diesem so gut bekannten Ort. Die Weine und ihre Macher und Macherinnen sind wundervolle Beispiele für das, was im Land Südafrika in Weinflaschen alljährlich gefüllt wird. Doch es gibt soviel mehr zu entdecken. Ich habe es mir auf die Fahne geschrieben, Weingüter nach Deutschland zu holen, die es hierzulande kaum oder noch gar nicht gibt. Zusätzlich müssen die Weine Charakter haben, eben etwas Besonderes. Das Weingut sollte eine spannende Geschichte besitzen, etwa eine Jahrhunderte zurückreichende Historie oder auch einzigartige Bodenverhältnisse, die sich dann auch im Wein erspüren lassen. So lässt sich das Augenmerk der Genießer auch auf Regionen lenken, die noch nicht bereist wurden. Bei über 550 Weinproduzenten in Südafrika gibt es für alle noch etwas zu entdecken. Im Norden Kapstadts erstreckt sich zum Beispiel der Distrikt Swartland mit schon recht heißen und trockenen Gebieten. Hier wachsen die Trauben für aussergewöhmliche Rotweine, aber auch für vollmundige Weiße. Shiraz findet hier einzigartige Gegebenheiten für einen tollen Aufwuchs. Hier gibt es viele kleine Orte, die, zugegeben, nicht so touristisch erschlossen sind wie eben Stellenbosch, aber eben dadurch einen gewissen Reiz ausüben.

Weinbauregionen Südafrikas


Verlässt man Kapstat in Richtung Südosten, in Richtung Hermanus, dem Ort an der Walker Bay, von dem aus man am besten Wale beobachten kann, ist man ununterbochen in den Winelands unterwegs. Walker Bay ist ein eigener Weinbaudistrikt und erzeugt in küstennah gelegenen Weingütern faszinierende "Cool Climate" Weine. Diese zeichnen sich durch Frische und Spritzigkeit aus, auch viele Rotweine. 
Kurz vor Hermanus liegt der Ort Bot River. Von hier kommen die Weine unseres neusten Partners, dem Wildekrans Wine Estate. Im Jahre 1864 als einfache Farm gegründet, produziert man hier seit Anfang der 1900er Jahre vorzügliche Weine, hauptsächlich ausgewogene und charaktervolle Rote. Diese Weine haben durch ihre Herkunft eine ganz eigene Note.

 

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Es finden sich die typisch südafrikanischen, recht kräftigen Rotweineinschläge. Die Küstennähe gibt aber ihr Übriges dazu. Durch die herrschende Meeresbrise können die Beeren viel "relaxter" aufwachsen und entspannt ausreifen. Dabei entwickeln sie eine tolle Frabe und ein ausgewogenes Säuregerüst. Wildekrans schickt uns Weine, die jeder für sich selbst genossen werden können. So gestatten sie Cabernet Franc- und Merlot-Trauben eine geschmacklich perfekte Hochzeit und haben ein kreatives Händchen für für Südafrikas eigene Traube: den Pinotage. Die Weine der "Barrel Select Reserve"-Range werden international gefeiert, jeder Jahrgang aufs neue. Hochfeine und mehrfach ausgezeichnete Weine, die man nicht verpassen sollte. Wenn man auf seiner Reise durch Südafrika also nur Zeit für einen einzigen Ort in de Winelands hat, darf es natürlich Stellenbosch sein. HIer kann man viel erleben und genießen! Dennoch mein Rat: Den Blick über den Tellerrand nicht verlernen!

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Mein Herzblut - oder wie ich südafrikanischen Wein sehe

„Ein Treffen mit den Mitbewerbern aus dem Weinhandel ist immer spannend. Denn anders als ich, haben nicht alle Händler ausschließlich südafrikanische Tropfen im Programm. So liegt deren Fokus bei Absatz, Logistik und Kundengewinnung natürlich auch etwas anders als bei mir. Ich führe nur südafrikanische Weine, und das auch nur von Erzeugern, die ich persönlich kenne und besucht habe. Auf all den Reisen in die Winelands vor den Toren Kapstadts bleibt es kaum aus, sich auch mit Land, Leuten und Kultur auseinander zu setzen. Neben dem Wein an sich der spannendste Aspekt in meinem Beruf. Anders als bei einigen Mitbewerbern ist es für mich aber kein Beruf – sondern eher Berufung. Daher ist es nur zu verständlich, dass ich häufig emotional reagiere wo andere rein sachlich argumentieren. Aber das ist für mich als Geschäftsmann, der auch wirtschaftliche Aspekte bedenken muss, kein Widerspruch. Ganz im Gegenteil: Der hohe emotionale Einsatz gibt mir bei meiner Arbeit täglich die Authentizität, die auch meine Kunden – ich nenne sie Genießer – ansteckt. Damit bin ich auch direkt beim Hauptthema: dem Südafrikavirus.
Es gibt ihn wirklich, als solches nicht sichtbar, aber in seinen Auswirkungen doch klar erkennbar bei allen, die ihn in sich tragen. Gerade hierzulande verbreitet er sich rasend schnell. Wie neuste Studien zeigen, kennen eine hohe Zahl von Menschen in Deutschland diesen Virus. Entweder haben sie ihn selbst oder kennen zumindest ein oder mehrere Personen in eigenen Umkreis, die sich „angesteckt“ haben. Das macht es für uns Weinhändler vermeintlich einfach unsere tollen Tropfen aus diesem ebenso tollen Land an den Mann und die Frau zu bringen. Sollte man zumindest meinen. Aber nur weil jemand im eigenen Bekanntenkreis über nichts anderes mehr spricht, als seine letzte Südafrikareise, greift man selbst jetzt nicht unbedingt zu eben solchen Weinen. Die schier unüberschaubare Vielfalt von Weinen aus der ganzen Welt macht es dem Genießer sehr schwer, sich alleine zurechtzufinden. Kompetente Beratung ist absolut gefragt und dringend nötig. Daher beschäftigen große, gut sortierte Lebensmittelhändler auch gerne mal Sommeliers, um den Kunden im Geschäft die Richtung zu weisen. Auch im Internet wird man sicherlich viele Informationen über den eigenen potenziellen neuen Lieblingswein finden. Allerdings mutet die Suche nach diesen Informationen eher nach der Suche der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen an. Südafrika hat zurzeit knapp 560 verschiedene Weinerzeuger. Nicht alle sind in Deutschland erhältlich, doch steigt diese Zahl immer mehr an. Wie also soll man als Genießer zurechtkommen?

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Hier kommen wir Fachhändler ins Spiel.
Solche mit gemischtem Programm, also auch Weinen aus anderen Herkunftsländern, pochen gerne auf eine große Vielfalt. Sollte man also feststellen, dass die – meist in geringer Anzahl gelisteten – Weine aus Südafrika dem einzelnen Genießer nicht passen, kann leicht auf Weine anderer Herkünfte gesprungen werden. Das ist sicherlich keine verwerfliche Praxis, bringt die südafrikanische Weinbranche aber nur bedingt weiter.
Fachhändler, die ausschließlich Weine aus einem Produktionsland führen, in unserem Fall aus Südafrika, werden oft als eingeschränkt wahrgenommen. Das sind sie aber bei Leibe nicht. Das richtige Wort heißt: Spezialisten! Sie sind es, die nicht nur einen generellen Einblick in die Vielfalt der südafrikanischen Weinwelt haben, sondern die auch sehr detaillierte Informationen liefern können. Warum sollten sie sich denn sonst spezialisiert haben? Aber hier liegt oftmals der sprichwörtliche Hase im Pfeffer. Eine Weinberatung erfolgt oft nach den gängigen Kriterien. Also Farbauswahl, Alkoholgehalt, Restzuckerwerte und Geschmackseigenschaften. Dies sind unbestreitbar wichtige Faktoren bei der persönlichen Weinauswahl und tragen sicherlich den Hauptteil daran, ob der Wein schmeckt oder nicht. Die Unterscheidung, ob er schmeckt oder nicht, nehme ich bei Weinen anderer Herkünfte allerdings genauso vor. Die südafrikanische Weinbranche und damit auch die entsprechenden Händler haben aber noch viel mehr Pfunde, mit denen sie wuchern können. Hier spielen natürlich alle touristisch geprägten Faktoren eine große Rolle, so zum Beispiel die malerische Landschaft, das meist schöne Wetter und die vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten auch außerhalb der Winelands. Aber die Weinerzeuger haben noch viel mehr im Repertoire. So hat jedes einzelne Weingut eine meist lange, über Generationen währende Geschichte. Die Traubenbauern und Weinerzeuger leben und arbeiten meist in einem innigen und von sich aus eingerichteten Verhältnis mit der Natur. Nachhaltigkeit wird sehr großgeschrieben, und das nicht, weil der Staat dies aufoktroyiert. Südafrika hat eines der modernsten Nachhaltigkeitssysteme der gesamten Weinanbauenden Nationen. Die Winzer vor Ort können sich hier anschließen und haben in der Folge einen riesigen Katalog an Kriterien zu erfüllen, um als äußeres Zeichen und nach erfolgter, unabhängiger Prüfung ein Siegel auf den eigenen Weinflaschen zu bekommen. Die Aussagekraft dieses Siegels ist enorm, auch für den Verbraucher. Leider weiß kaum ein Genießer von südafrikanischen Weinen, was dieser „Aufkleber“ auf der Flasche zu bedeuten hat. Wie kann das sein? Das ist mir unverständlich. Auf jeder Veranstaltung, wie Messen und Genussfestivals, oder den zahlreich von mir durchgeführten privaten Verkostungsabenden mache ich das Siegel und die Nachhaltigkeit zum Thema. Dies mag als recht trockener Stoff empfunden werden, stellt aber für den Genießer einen absoluten Mehrwert da, der auch für seine weiteren Kaufgewohnheiten wichtig werden kann. In meinen Seminaren und Verkostungen ist dies immer der längste Punkt, bevor ich fortfahre über Land und Leute zu schwärmen. Die Teilnehmer nehmen dies immer sehr dankbar an und freuen sich über eine Information, die direkten praktischen Nutzen hat. Leider passiert diese wichtige Aufklärung aber viel zu selten. Ein wichtiges Verkaufsargument wird unter den Teppich gekehrt. Zusätzlich gibt es Stimmen, die fordern, das bestehende Siegel durch ein angeblich einfacher zu erkennendes Symbol zu ersetzen, damit der Genießer – vor allem am Weinregal im Supermarkt – einfacher südafrikanischen Wein erkennen kann. Der Ruf, dass sich die Weinbranche an der Südspitze Afrikas gefälligst in vielen Punkten, dem deutschen Markt und damit vor allem den deutschen Händlern anpassen soll, ist durchaus hörbar. Das ist meines Erachtens gar nicht nötig und kommt ziemlich hochnäsig daher. Die Winzer in Südafrika leben in unsicheren Zeiten. Politik, soziale Belange und Arbeitslosigkeit machen die Lage auch für bestehende Betriebe nicht unbedingt leichter. Dazu kommt die herrschende Wasserknappheit Ende 2017/ Anfang 2018. Des Weiteren ist Deutschland nur eines von mehreren wichtigen Exportländern. Wie vermessen ist das da, lauthals Reformen im Erzeugerland zu fordern, selbst aber unbeweglich zu bleiben. Ein anderes, mehr auf Leidenschaft und Selbstbewusstsein basierendes Beratungssystem für interessierte Genießer ist einfacher umzusetzen, als ein so weit entferntes Land umkrempeln zu wollen.
Nahezu alle Weinbetriebe kümmern sich fast schon liebevoll um ihre Mitarbeiter. So leben meist nicht nur die eigentlichen Angestellten auf der Farm oder in unmittelbarer Nähe, sondern auch deren Familien haben dort ihr Heim. Die Betriebe eines Tals oder eines Ortes kümmern sich meist um die Schulbildung und die Krankenversorgung. Kriminalität und Arbeitslosigkeit ist in den eigentlichen Winelands gerade im Vergleich zu den Werten in Kapstadt sehr gering. Die Kinder der Farmarbeiter haben so den Luxus, sicher und geschützt aufzuwachsen und treten meist gerne auch beruflich in die Fußstapfen der Eltern. Das passiert übrigens nicht nur auf Weingütern, die in diesem Bereich Marketing betreiben und mit der kostenfreien Ausbildung schwarzer Arbeiter und der Förderung weiblicher Angestellter im eigenen Betrieb werben. Natürlich kann man sich als Händler auf solche Betriebe werfen, dieses Thema deutlich herausstellen und mit beruhigtem Gewissen schlafen gehen. Aber den unzähligen Betrieben, die dies tun ohne sich selbst damit ins Rampenlicht zu stellen wird damit keine Rechnung getragen. Anstatt zu betonen, dass diese soziale Seite allenthalben gang und gäbe wird, wird das eigene Engagement mit Hilfe solcher Vorzeigebetriebe in den Vordergrund gestellt. Sicherlich auch eine Möglichkeit.

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Ich halte es lieber damit, nicht nur als Botschafter der Weingüter aufzutreten, die ich selbst im Programm habe. Das passiert automatisch und liegt in der Natur der Sache. Ich sehe mich als Vertreter und Botschafter eines Landes, welches es mehr als verdient hat auch in Zukunft positiv in aller Munde zu sein. Denn Land und Leute sind, trotz oder vielleicht wegen aller sozialen Probleme, außergewöhnlich liebenswert. Wir Europäer aus den großen Industrienationen können uns oftmals eine Scheibe abschneiden, wenn es um die allgemeine Lebenseinstellungen geht. Wirtschaftlicher Erfolg hat nicht den überhöhten Stellenwert wie hierzulande. Das Leben gehört auch in unsicheren Phasen gefeiert. Das können wir auch tun. Am besten mit einem Schluck lebensfrohen südafrikanischen Wein, vielleicht bei einem guten Buch oder nach getaner Gartenarbeit im heimischen Liegestuhl. Ein bejahendes Lebensgefühl kann ich mir überall bereiten. Ein wenig Südafrika im Herzen kann dabei nicht schaden.
Und so bleibe ich dabei: Ich empfehle auch weiterhin südafrikanische Weine, lasse es dabei aber nicht bewenden. Ganz im Gegenteil: Ich werde immer das südafrikanisches Lebensgefühl mittransportieren. Ich kann auch nicht ohne dieses leben. Und warum nicht teilen?“

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Bio oder Fairtrade? Oder beides?

Der Weingeniesser von heute wird immer kritischer. Das ist eine gute Entwicklung. So haben minderwertige Weine oder Weine aus der Massenprodutkion immer weniger Chancen auf dem Markt. Auch "Weinanfängern" wird immer deutlicher, dass die Flasche Wein, die für schmale 1,79 Euro im Regal steht, nicht wirklich hochwertig und liebevoll produziert werden kann. Hier mögen sicherlich trinkbare Tropfen dabei sein und diese sehr günstigen Weine mögen der Einstieg für den Beginner sein, die Endstation in der persönlichen (Geschmacks)entwicklung sollten sie allerdings nicht darstellen.

Ungeachtet der preislichen Vielfalt auf dem Markt, gibt es aber noch andere Kategorien, die der geneigte Geniesser beim Weinkauf breücksichtigt. Immer mehr Menschen hinterfragen auch die Herstellungsmethoden ihres potenziellen Lieblingsweins. Wird viel Chemie verwendet? Zum Beispiel als Düngemittel oder Pestizid? Welche Mittel werden zur Klärung des Weins im Weinkeller verwendet? Natürliche oder ebenfalls chemische? Und wie werden überhaupt die Mitarbeiter des Weinguts behandelt? Letztere Frage stellen sich viele bei Herkünften aus Übersee. Hierzulande gehen wir davon aus, dass dieser Punkt schon von gesetzeswegen unstrittig ist. Selbst wenn der Weinerzeuger im Einklang mit Natur und Mensch arbeitet, wie bekommt das der Käufer der Flaschen gewahr?

Auf dem Flaschenetikett stehen solche Informationen nicht unbedingt. Das ist nicht in allen Ländern vorgeschrieben. In manchen Wein produzierenden Ländern ziert ein Siegel die Flasche, wenn der Winzer bei der Erzeugung entsprechende Kriterien einhält. Dies gilt insbesondere bei offiziellen Faritrade-Produkten.

FairTrade

 

Südafrika ist das Land mit den meisten Fairtrade-Weinen weltweit. Aber was heisst das für den Kunden? Nun, jeder Wein, der dieses Siegel tragen darf, ist nach den strengen Richtlinien der international operierenden Faritrade-Organisation hergestellt. Dies betrifft allerdings nur am Rande die tatsächliche Aufzucht von Reben und Trauben. Bei Fairtrade geht es eher um die Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen. So bekommen die Arbeiter nicht nur den im Land üblichen Mindestlohn, sie erhalten auch zwingend die nötigen Unterweisungen für Maschinen und Arbeitsgeräte, leider nicht immer selbstverständlich. Auch hygienische und gesundheitliche Grundversorgung muss im Betrieb vorhanden sein. Weitreichender ist die Tatsache, dass von jeder unter Fairtrade-Logo verkauften Flasche ein fester Prozentsatz des Umsatzes in einen Fonds für die Mitarbeiter fliesst. Hieraus werden, als Beispiel, die Finanzierung von Kindertagesstätten, bessere Essensversorgung, Transportmittel für die Mitarbeiter und die weitere Gesundheitsförderung bestritten. Damit dies alles gelingt, werden diese Kriterien regelmässig in jedem beteiligten Unternehmen streng kontrolliert.
Es ist also gar nicht verkehrt, auf dieses Logo zu achten.

Gibt es nicht weitere oder andere Möglichkeiten, dem Kunden zu zeigen, dass auch der Umgang mit den natürlichen Ressourcen nachhaltig erfolgt? In Südafrika gibt es tatsächlich ein weltweit einzigartiges System. Auf den meisten südafrikanischen Weinflaschen findet man am Flaschenhals ein weiteres Siegel. Dies gibt es in grau und grün. 

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Beide sagen für den Endverbraucher Folgendes aus: Jahrgang, Rebsorten und Herkunft, die auf dem Etikett abgedruckt sind, stimmen mit dem Inhalt der Flasche überein. Ausserdem ist diese Flasche in Südafrika abgefüllt worden. Fehlt das Siegel, ist der Wein als Massenware nach Europa gekommen und hier abgefüllt worden. Zusätzlich ist auf jedem Siegel eine Nummer, die es ermöglicht, die einzelne Flasche bis auf den Weinberg zurück zu verfolgen. Ein wichtiges Instrument für die Verbraucher. Beim grünen Siegel kommt hinzu, dass der Winzer verpflichtet ist, noch weniger künstliche Substanzen in Berg und Keller zu verwenden, als das staatliche Weinbaugesetz ohnehin erlaubt. Auch muss der Winzer, der dieses grüne Siegel bekommen möchte, sein Nutzwasser selbst wieder aufbereiten, seinen Mitarbeitern arbeitssicherheitstechnische, hygienische und gesundheitliche Grundlagen bieten (ähnlich wie bei Fairtrade) und, nicht unwesentlich, mindestens zwei Hektar seines eigenen Landes unter Naturschutz stellen. Hier darf also nichts wachsenund leben, was nicht in die hiesige Flora und Fauna gehört. Dies sicherzustellen liegt in der Verantwortung des Winzers. So kommt es dazu, dass in Südafrika mehr von Winzern besessenes Land unter Naturschutz steht als für die Aufzucht von Reben verwendet wird. Eine erstaunliche Leistung.

Ein tatsächlichs Bio-Siegel wie wir es aus Europa kennen, gibt es allerdings bei südafrikanischen Weinen nicht. Das grüne Siegel ist hier schon sehr nachhaltig. Wenn der Geniesser aber gerne Weine verkosten möchte, die komplett ohne künstliche, chemische Zusätze in Berg und Keller hergestellt werden, sollte er nach dem Wort "organic" auf dem Etikett Ausschau halten. Steht das nämlich drauf - entweder direkt auf der Vorderseite oder im Text auf der Rückseite - ist dieser Wein tatsächlich biologisch hergestellt worden. Eine weitere Kennzeichnungspflicht besteht zurzeit nicht. Allerdings sind die Winzer natürlich stolz auf solche Produkte und erwähnen es gerne auf ihren Etiketten.

Der geneigte Leser fragt an dieser Stelle sicher nach einer Empfehlung. Sher gerne, hier kommt sie! Die vier Weine von Earthbound vereinen nämlich sowohl das grüne Siegel als auch das Fairtrade-Logo mit der biologischen also -organic - An- und Ausbaumethode. Im Weißweinbereich stehen hier reiner Sauvignon Blanc und Chenin Blanc parat. Im roten Sektor Cabernet Sauvignon und Pinotage. Und das Beste dabei: alle vier Weine schmecken hervorragend und sind eine Probe wert!

 

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Aktuell in aller Munde: GIN

Ein absoluter Trend im Getränkebereich ist aktuell der Gin. Auf fast allen Genussmessen und ähnlichen Events finden sich neu aufgelegte oder - jeweils als Premiere - ganz neue Ginsorten. Auch deutscher Gin ist immer häufiger in den Regalen der Händler zu sehen. Das ist auch nicht verwerflich, schliesslich ist die Herstellung von Gin heute nicht mehr auf ein einziges Produktionsland beschränkt. Vorläufer des Gin ist tatsächlich der Genever aus den Niederlanden. Ein klassischer Wacholderschnaps, der mitte des 17. Jahrhunderts aus den Niederlanden nach England kam und dort regen Zuspruch fand. Im Laufe der Jahre wurde dieser Schnaps auf den britischen Inseln nur noch Gin gennant. Zeitweise musste ein Getränk mit diesem Namen zwingend aus englischem Getreide bestehen. Stärkehaltiger Ausgangsstoff, wie eben Getreide, ist auch heute nocht Quelle des Alkohols, die Gebietsbeschränkung ist allerdings aufgehoben. Der Alkohol wird mit allerlei Würzigem oder Fruchtigem aromatisiert. Neben Wacholderbeeren können hier die verschiedensten Produkte genutzt werden, unter Kennern spricht man hier von Botanicals

 

 

Restaurant Wilderer

 

Warum schreibe ich darüber? Nun, auch in Südafrika wird Gin hergestellt. Einen sehr aussergewöhnlichen Vertreter musste ich nach dem Probieren einfach ins Programm nehmen. Die Wilderer Distillery im wunderschönen Paarl nahe der Metropole Kapstadt brennt seit 1994 eine ganze Palette an Hochprozentigem. Helmut Wilderer, leider im Jahr 2016 verstorben, gründete die erste Destillerie Südafrikas nach seiner Ankunft aus dem heimischen Baden. Sein Sohn Christian übernahm die Geschäfte und entwickelte einen Gin, der seinesgleichen sucht. Alle Zutaten sind natürlich und stammen ausschliesslich aus der Region um Kapstadt. Einige der Botanicals sind für unsere Geschmäcker eher ungewöhnlich. So verwendet Wilderer Wildkräuter, Wurzeln und Gewürze wie zum Beispiel Honeybush. Diese Strauchpflanze wächst nur in Südafrika. Sie ähnelt dem Rooisbush und wird auch als Tee aufgegossen. Ebenfalls nur in der Region um Kapstadt heimisch und als Tee verwendbar ist Buchu. Buchu wird gerne von den Sangomas, den einheimischen Naturheilern, verwendet. Eine weitere Heilpflanze ist in diesem würzigen und trotzdem weichen Gin enthalten. Die südafrikanische Teufelskralle - oder Devil's Claw - ist ein Sesamgewächs und gibt dem Destillat eine unvergleichliche Note. Aus der Familie der Minzgewächse findet das afrikanische Löwenohr seinen Eingang in diese Ginkomposition. Ein anderer Name für das Löwenohr ist auch wilder Cannabis. Er ist THC frei und gibt eine schöne, ungeahnte Würze. Mit 45% vol. Alkohol ist er sicher kein leichter Vertreter seiner Art, trotzdem gleitet er weich und elegant die Kehle herunter. 
Zu diesen Wildgewächsen aus dem landschaftlich beeindruckenden Western Cape gesellt sich reinstes Quellwasser aus den Franschhoek Mountains. Das Team um Christian Wilderer ist, zu recht, sehr stolz auf dieses südafrikanische Erzeugniss. Auch Kritiker, Experten und, nicht zuletzt, die Konsumenten wissen diese grandiose Spirituose zu schätzen. Der Wilderer Fynbos Gin wurde schon mehrfach mit internationalen Goldauszeichnungen bedacht. Die große Hingabe, die aussergewöhnlichen Zutaten und die Arbeit im Einklang mit der Natur machen diesen Gin zu einer wahren Perle. Perle ist übrigens auch der übersetzte Name des Ortes, an dem dieser Gin produziert wird: Paarl.

Wilderer Fynbos Gin im Shop

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Wie kommt eigentlich ein Wein in unser Programm?

Das ist eine berechtigte Frage und gar nicht mit einem Satz zu beantworten. Für die bewusste Auswahl spielen einige Kriterien eine Rolle.
Bei Weingütern, die wir schon vertreten, ist das Verfahren recht simpel. In den meisten Fällen werden wir vom Winzer informiert, dass er etwas Neues im Programm hat. Das geschieht entwerde per Email, auf Fachmessen oder - meine liebste Möglichkeit - bei einem Besuch vor Ort. Der entsprechende Wein wird dann bei nächst möglicher Gelegenheit probiert und wir entscheiden, ob das Geschmacksprofil in unser Sortiment passt oder nicht. Der Preis pro Flasche spielt hier natürlich auch noch eine Rolle. Wenn das alles stimmt, ist der Wein fortan dabei.
Bei für uns neuen Winzern sieht es allerdings etwas anders aus. Auf neue Winzer und Weingüter treffen wir meistens auf Fachmessen wie der ProWein in Düsseldorf, der Südafrika Weinshow in Frankfurt oder der CapeWine in Kapstadt. Manchmal finden wir aussergewöhnliche und interessante  Produzenten dagegen auch im Internet. Allen ist gemein, dass sie uns die Möglichkeit geben müssen, die für uns in Frage kommenden Weine zu verkosten. Das ist nie ein Problem, schliesslich liegt den Winemakern daran, ihren Wein zu verkaufen. Auf Fachmessen ist die Verkostung anstandslos möglich und Teil des Tagesprogramms.
Also: Wir probieren, befinden den einen oder anderen Wein für gut oder besser und wollen diese unseren Kunden präsentieren. Aber deshalb wird von unserer Seite noch nicht zwangsläufig eine Bestellung platziert. Denn erst wollen wir die Gegebenheiten vor Ort sehen und erfahren. Dies geschieht dann während unseres nächsten Besuchs in einer der schönsten Weinregionen weltweit. Dort schauen wir uns die Reben an, lassen uns den Weinkeller zeigen und lernen dabei Mitarbeiter und Familienmitglieder kennen. Unser Augenmerk legen wir besonders auf die Arbeits- und oft auch Lebensbedingungen der Menschen, die dort ihr tägliches Werk verrichten. Erst danach entscheidet sich, ob der Winzer oder das Weingut in die Behind The Grapes-Familie aufgenommen wird.

Hin und wieder passieren auf diesen Reisen aber auch unerwartete Dinge. Dann versteht man sich mit einem Winzer- und Kellermeister so gut, dass man ein wenig Freizeit in Kapstadt zusammen verbringt. So tatsächlich geschehen. Besagter Winzer stellte uns eines gemütlichen Abends einen deutschen Oenologen vor, der seit einiger Zeit in der Nähe der Mutterstadt (so nennen die Einheimischen Kapstadt) lebt. Zu viert verlebten wir einen geselligen Abend und bei dem einen oder anderen alkoholhaltigen Getränk kam die Idee auf, doch einen Wein nach unseren eigenen Vorstellungen zu bereiten und exklusiv anzubieten. Aus einer Idee wurde ein Grundkonzept und bald auch eine Strategie. Vielfältige Fragen mussten geklärt werden. Welche Rebsorten, welche Stilistiken sollten auf die Flasche kommen. Drei Sorten sollten es im ersten "Wurf" sein, so beschlossen wir. Im Anschluss begann der komplette und sehr komplexe Prozess vom Suchen und Finden des "richtigen" Weins. Viele Versuche, viele Verkostungen und einige Stunden der produktiven Diskussion wurden benötigt, um das zu erreichen, was mit unseren "eigenen" Weinen unter dem Titel van Toorn nun in der Flasche zu finden ist: Fruchtigkeit, Trinkfreude, einfach tolle Weine, auf die wir sehr stolz sind!

Hier geht es zur Übersicht unseres exklusiven Angebots von van Toorn.

 

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Südafrika Weinshow 2016

Am Sonntag, 04.09.16, lud die deutsche Depandance der "Wines of South Africa" zur Südafrika Weinshow. Hierzu versammelten sich 60 Aussteller in einem schicken Tagungsraum im Franfurter Westend und boten ihre vielfältigen Tropfen dem Fachpublikum feil. Einen gnazen Tag hieß es für die interessierten Besucher Kontakte knüpfen und natürlich ganz viel tollen Wein probieren. Dabei fängt für mich die Vorbereitung auf so einen Besuchstag schon einige Woche früher an. Schließlich muss man ja mit Ordnung und einem Plan in eine solche Veranstaltung gehen. Jeder der 60 Aussteller bringt mindestens fünf eher mehr Weine zum Probieren mit. Dazu kommt eine sogenannte "Free Tasting Area", in der die Weine nach Themen sortiert zur freien Verfügung stehen. Es ist schier unmöglich alle angebotenen Weine zu probieren. Daher war gute Vorbereitung ein Muss. Dankenswerter Weise hatten die Veranstalter einen Ausstellerkatalog online gestellt, der auch die an jedem Stand zu verkostenden Weine auflistete. So konnte ich im Vorfeld eine persönliche Liste erstellen, mit den Tropfen, die ich unbedingt probieren wollte. Gut gerüstet mit allerlei Informationsmaterial von Behind The Grapes ging es also am frühen Morgen auf nach Frankfurt. Die schnelle Fahrt im ICE liess kaum Zeit für ein Frühstück. Im dauerverregneten Frankfurt angekommen, führte mich der nächste Weg direkt ins Veranstaltungshotel. Nach einem sehr freundlichen Empfang konnte es dann los gehen. Der Raum war eng mit Ausstellern belegt und eine Menge Fachbesucher waren auch schon dort. Ganz besonders freute ich mich über die Anwesenheit der Olifantsberg Family Vineyards, die ihre Weine schon vor einem Jahr bei Behind The Grapes platziert hatten und seitdem treue Partner sind. Eigentümer Paul und die hoch motivierte Winzermeisterin Elizma begrüßten mich freudig an ihrem Stand.

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Winzermeisterin Elizma und Blogger und Weinhändler Oliver Willem Neusser             Eigentümer Paul und seine kurzzeitige Unterstützung :-)

Neben ein paar geschäftlichen Worten und ein paar Schlucke ihres aussergewöhnlichen Weins wurde die Stimmung eher freundschaftlich. Ich freue mich sehr dieses wunderbare Team an Bord haben zu dürfen. 
Doch nicht nur bekannte Gesichter warteten auf meinen Besuch. Auch neue Produzenten aus dem, für mich, schönsten Weinland der Welt wollten entdeckt werden. Los ging es mit den Weinen von Alleé Bleue. Hier wollten drei verschiedene Ranges und Schaumwein entdeckt werden. Überdurchschnittliche Weine flossen bei dieser Verkostung ins Glas. Viele Hintergrundinformationen konnte ich vom aus Südafrika angereisten Mitarbeiter des Weinguts bekommen. Sowohl die Weiß- als auch die meisten Rotweine konnten mich überzeugen. Vielleicht eine tolle Ergänzung unseres Repertoires. 
In der Zwischenzeit füllten sich die Räumlichkeiten immer mehr. es war schön zu sehen, dass das Thema des südafrikanischen Weins soviele Händler und damit hoffentlich auch Weingenießer interessiert und begeistert. Das Land, die Weine und die Menschen sind es absolut wert, sich für sie zu begeistern. Auch ein deutscher Tagungsraum kann das südafrikanische Flair aufnehmen und wiedergeben. Die Gespräche an den einzelnen Ständen waren unterhaltsam, ehrlich und immer von einer ständig spürbaren Freude geprägt. Dabei merkt man den Produzenten an, dass sie immer eine ganze Hand voll Stolz mit im Gepäck haben. Und ich finde, das haben sie mit Recht!!!!

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Auch in der Free Tasting Area war stendig etwas geboten. So referierten in lockerer Reihenfolge und ebenso lockerer Atmosphäre einzelne Winzer zu bestimmten Themen und reichten die entsprechenden Weine dazu. Die Pinotage-Verkostung war spannend und lehrreich. Weiter ging es mit den Ständen und den passenden Weinen von Hoopenburg, Thandi, Klein Constantia, uniWines und einigen mehr. Leider steigt einem an so einem Tag doch noch der Alkohol in den Kopf, auch wenn zwischendurch immer wieder gespuckt wird. Also muss man irgendwann die Reißleine ziehen, bevor man die Professionalität verliert. So sind mir leider einige wunderbare Weine entgangen. Mein persönlicher Katalog aus der Vorbereitung war nur zu einem Teil abgearbeitet. Aber so bleibt die südafrikanische Weinwelt weiterhin spannend und es gibt auch auf zukünftigen Veranstaltungen dieser Art noch einiges zu entdecken.
Ein großer Dank geht an die Organisatoren dieses Tages, der rundum erfolgreich verlief.

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In der Mitte: Marc Almert, Gewinner des WOSA Sommelier Cups 2016 Germany

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Onlineshop und Wein-Tastings – passt das zusammen?

Südafrikanischer Wein ist die Spezialität von Behind The Grapes. Punkt. In einem Land wie Deutschland, das selbst Wein anbaut, ist es mitunter schwierig Weine aus anderen Anbauländern an den Mann und die Frau zu bringen. Erschwert wird dies auch noch, wenn nach wie vor wenige Informationen über den Wein aus Südafrika kursieren. Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich allemal, da Südafrika absolut tolle Weine mit viel handwerklichem Geschick und einer unverbrüchlichen Verbundenheit zur Natur produziert. Diese guten Tropfen müssen den Platz im eigenen Weinregal ja nicht unbedingt für sich alleine beanspruchen. Eine nicht zu unterschätzende Ergänzung sind sie doch auf jeden Fall. Aber wie kommt der geneigte Weingenießer selbst zu dieser Erkenntnis? „Na durch Probieren natürlich!“ ist der nicht unberechtigte Ausruf. Dafür gibt es gerade bei Onlineshops ohne eigenes Ladenlokal auf den ersten Blick keine Möglichkeit. Aber eben nur auf den ersten Blick.
Die erste Möglichkeit ist, eines der immer häufiger stattfindenden Genuss-Festivals zu besuchen. Auch Behind The Grapes präsentiert hier regelmäßig eine Auswahl aus dem eigenen Weinprogramm. Die Termine und Orte werden stets rechtzeitig auf www.behind-the-grapes.de veröffentlicht. Auf solchen Veranstaltungen stehen die Mitarbeiter persönlich Rede und Antwort zu den Weinen und Südafrika als Weinland. Viele Informationen und Eindrücke können hier vermittelt werden. Auch Reisetipps für einen Besuch von Kapstadt und Umgebung können an solchen Tagen in lockerer Atmosphäre ausgetauscht werden.

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                                           Behind The Grapes - Live vor Ort

Stichwort „Reise“: Eine wunderschöne Möglichkeit, die Weine Südafrikas kennen zu lernen, ist natürlich die Entdeckung vor Ort. Eine einmalige Gelegenheit auch Land und Leute und den ein oder anderen Weinkeller zu erkunden.
Für alle, die sich die Erinnerungen an solch eine Reise auch zu Hause zurück holen möchten oder bisher noch nicht in den Genuss dieses kulinarischen Abenteuers gekommen sind, bietet Behind The Grapes aber noch mehr an.
So kommt Inhaber Oliver Willem Neusser gerne zu einem Hausbesuch und bringt seine flüssige Köstlichkeiten aus Südafrika mit, also eine geführte Weinprobe in den eigenen Räumlichkeiten in gemütlicher Atmosphäre. Gerne dürfen dazu auch einige Freunde eingeladen werden, zehn bis zwölf sollte das Maximum an Personen sein. Dann ist es bei der Weinprobe möglich, neben Anekdoten aus dem schönen Kapstadt, auch auf die speziellen Wünsche und Fragen der Teilnehmer einzugehen. Dieses Angebot wurde für den Großraum Düsseldorf gestartet und wird ausgeweitet. 
Natürlich geht es auch noch größer. So ist Behind The Grapes auch in der Lage größere Veranstaltungen wie Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen mit Wein auszustatten. Hier kann die reine Belieferung mit oder ohne Ausschank bis hin zu regelrechten Seminaren realisiert werden. 

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                                                          Weinprobe als Seminar


Um einiges intimer ist die Verkostung der im Programm befindlichen Weine für zwei bis drei Personen. Hierfür hat Behind The Grapes eine kleine Verkostungszone in den eigenen Büroräumen eingerichtet. Ganz individuell, allerdings nach Terminvereinbarung, kann man sich auch dort einen ausgezeichneten Eindruck über die angebotene Vielfalt zu verschaffen.
Behind The Grapes versteht sich als Botschafter für südafrikanische Weine und Spirituosen und bietet daher doch eine nicht unerhebliche Zahl an Möglichkeiten, sich von dieser spannenden Welt überzeugen zu lassen. Der Onlineshop dient dann der komfortablen Bestellung des Nachschubs. 
Neugierig geworden? Anfragen für Termine, Verkostungen und Veranstaltungen bitte direkt an kontakt@behind-the-grapes.de oder telefonisch unter 0211-56627675. 
Das Behind The Grapes-Team steht bereit.

 

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Auch in Südafrika gibt es Regeln für den Weinbau – eine kurze Übersicht

Gesamten Beitrag lesen: Auch in Südafrika gibt es Regeln für den Weinbau – eine kurze Übersicht

Für den europäischen Weingenießer sind die Gesetze und Regelungen, die für die Weinproduzenten in anderen Ländern gelten, meist ein Buch mit sieben Siegeln. Hier herrschen ganz oft Vorurteile, gerade bei Staaten, die nicht als moderne Industrienationen gelten. Aber gerade Südafrika hat umfassende Gesetze und Projekte, denen sich die Weinbauern und Kellermeister freiwillig anschließen können. Dies in epischer Breite aufzuschlüsseln hätte den Umfang eines mehrstündigen Seminars. Hier also ein trotz allem spannender kurzer Blick in dieses Thema.

An oberster Stelle steht für die Traubenbauern und Weinerzeuger das Wine and Spirit Board (WSB). Dies ist eine Abteilung des südafrikanischen Landwirtschaftsministeriums und kümmert sich um die Gesetze den Weinbau betreffend und deren Durchsetzung. Hier sind alle grundsätzlichen Dinge geregelt, bis hin zu den Anträgen und Formularen, die man benötigt, wenn man in diesem Wirtschaftszweig ein Unternehmen gründen möchte. Auch die Vorschriften für die richtige Etikettierung der Weinflaschen fallen in die Verantwortung des WSB. Für den Endverbraucher am wichtigsten ist aber, dass das WSB ein Siegel vergibt, welches sich am Flaschenhals findet. Dieses graue Siegel garantiert dem Genießer, dass die Angaben von Rebsorte(n), Jahrgang und Herkunft auf dem Etikett der Wahrheit entsprechen. Desweiteren besagt dieses Siegel, dass die Flasche in Südafrika abgefüllt worden ist. Fehlt das Siegel auf der Flasche, zum Beispiel bei Supermarktweinen, kam der Wein in riesigen Tanks per Schiff nach Europa und wurde hier auf die Flaschen gezogen. Das WSB übernimmt nur die Verantwortung für den Inhalt des großen Tanks, dieser bekommt das Siegel. Vom Verlassen des Tanks bis hin zum Kauf im Geschäft liegt die Verantwortung nicht mehr bei südafrikanischen Behörden und eine lückenlose Zurückverfolgung bis zum Weinberg ist nur noch bedingt gegeben.

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Bevor die Weinflasche also das oben abgebildete, graue Siegel bekommt, prüft das WSB im Labor die Qualität des Weins. Hier geht es darum festzustellen, ob der Wein grundsätzlich genießbar ist, ob Schadstoffe festzustellen sind und ob der Wein für die jeweilige Region, in der er hergestellt wurde, typisch ist. Dies ist der kleinste, gemeinsame Nenner.

Allerdings geht das Verständnis der Produzenten noch weiter. In Südafrika lebt man ganz anders mit der umgebenden Natur. Für die Mehrheit ist es selbstverständlich, sich im Naturschutz zu engagieren und respektvoll mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Damit auch dies dem Verbraucher klar vermittelt werden kann, wurde in Zusammenarbeit mit dem Wine and Spirit Board (WSB), der Integrated Production of Wine (IPW, kümmert sich um nachhaltiges Vorgehen bei der Produktion), der Biodiversity & Wine Initiative (BWI, hier steht der Naturschutz auf der Tagesordnung) und der Wines of South Africa (WOSA, kümmert sich um die Außenhandelsbeziehungen) eine Kooperation gegründet, die das allgemeine graue Siegel um mehrere Facetten erweitert. Die SWSA (Sustainable Wine South Africa) vergibt seit 2010 ein grünes Siegel. Genau wie beim WSA-Siegel wird dem Verbraucher garantiert, dass die Angaben auf dem Etikett stimmen, die Flasche in Südafrika abgefüllt wurde und gibt die Möglichkeit anhand von Codenummern den Wein bis zum Rebstock zurück zu verfolgen. Winzer und Weinbauer, die dieses grüne Siegel auf ihrer Flasche haben möchten müssen sich aber noch zusätzlich dazu verpflichten, die Regularien von IPW und BWI zu erfüllen und einzuhalten. 

Im Rahmen der BWI-Regeln verpflichtet sich der Weinbauer, mindestens zwei Hektar seiner Landfläche vertraglich dauerhaft unter Naturschutz zu stellen. Er muss selbstverantwortlich dafür sorgen, dass nicht einheimische Pflanzen gerodet und so Platz für die vielfältige einheimische Pflanzenwelt geschaffen wird. Desweiteren muss der Weinbauer die Artenvielfalt, auch der Tierwelt, bewahren und schützen.

Die IPW-Regularien kümmern sich um die nachhaltigen Aufzucht der Trauben und ebenso nachhaltigen Arbeit im Keller. So regelt die IPW zum Beispiel den Umgang mit den verschiedenen Bodenarten, Art und Häufigkeit des Rebschnitts und ebenso Art und Häufigkeit des Einsatzes von chemischen Stoffen, etwa Pestiziden. Letzterer wird nicht gänzlich verboten, aber stark eingegrenzt. Ähnliche Regelungen existieren für die Arbeit im Weinkeller. Zusätzlich muss sich der Winzer verpflichten, Nutzwasser wieder aufzubereiten und für die Gesundheit und Sicherheit seiner MitarbeiterInnen zu sorgen.

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Erst wenn die Vorgaben von IPW und BWI umgesetzt werden vergibt die SWSA das oben zu sehende grüne Siegel. Die Umsetzung dieser Richtlinien wird regelmäßig und streng von unabhängigen Stellen überprüft. Fast 90 Prozent der südafrikanischen Weinbauer und Weinerzeuger erhalten zurzeit das grüne Siegel und ihr Engagement geht zum großen Teil noch darüber hinaus. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass es aktuell bei etwas über 99.000 Hektar Rebfläche über 130.000 Hektar Land gibt, welches freiwillig von den Erzeugern unter Naturschutz gestellt wurde. Außerdem gibt es immer mehr Erzeuger, die biologischen Wein produzieren, das bedeutet hier wird gänzlich auf den Einsatz von chemischen Stoffen in Weinberg und Keller verzichtet. Allerdings gibt es hierfür kein gesondertes Siegel, wie es im europäischen Raum gängig ist. Denn der Verzicht auf chemische Mittel sagt noch nicht notwendigerweise etwas über den Umgang mit den natürlichen Ressourcen aus. So muss man, um biologischen Wein zu produzieren, nicht unbedingt eine Nutzwasseraufbereitungsanlage haben. Um das grüne Siegel des SWSA zu bekommen, ist dies aber zwingend notwendig.

Südafrika ist tatsächlich das erste Wein produzierende Land, das solch eine umfassende Zertifizierung eingeführt hat. Die Beteiligung und Umsetzung dieses Programms spricht seine eigene Sprache. Also einige Gründe mehr, südafrikanische Weine zu entdecken und wert zu schätzen.

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ProWein 2016 in Düsseldorf - Wine rocks the world

ProWein 2016    ProWein

 

Auf der ProWein 2016 in Düsseldorf, der weltgrößten Weinmesse, gab es viel zu entdecken. Der Gemeinschaftsstand der südafrikanischen Winzer wird von Jahr zu Jahr größer. Auch ein stetig wachsender Besucherstrom ist zu spüren. Das Interesse wächst - und das ist auch gut so.
Denn tolle Tropfen finden sich auch im kommenden Jahrgang. Die Winzer und Winzerinnen legen nach wie vor viel Einsatz und Ergeiz in ihr Schaffen. Das schmeckt man im Glas und sieht man in den Gesichtern der Produzenten. Trotz erhöhten Besucherandrangs waren alle Aussteller immer freundlich und informativ. In ausgelassener Stimmung trafen wir auch unseren inzwischen lieb gewonnen Winzer David Finlayson von Edgebaston - Finlayson Family Vineyards, der uns aufs Neue von seinen aussergewöhlichen Weinen überzeugte.

 

Edgebaston

 

Aber auch neue Weine gab es zu entdecken, so von den Kellereien Du Toitskloof und Simonsvlei. Hier können wir wohl bald unser Angebot an Fairtrade-Weinen erweitern. Die persönliche Begegnung mit den Erzeugern ist ein wichtiger Teil unserer Philosophie. Es ist schön, viele aus Südafrika bekannte Gesichter auch einmal in Düsseldorf begrüßen zu dürfen, haben wir doch dort unseren Heimatstandort. Die ProWein Düsseldorf und die CapeWine in Kapstadt schlagen als Großveranstaltungen so eine Brücke zwischen diesen beiden Ländern und den beiden Städten. Einen ganzen Messetag verbrachten wir in Halle 9 und pflegten alte Kontakte und knüpften neue. Aber nicht nur die geführte Weinprobe beim Winzer stand auf dem Programm. Dank der WOSA (Wine of South Africa), die als Dachverband der südafrikanischen Produzenten fungiert, war auch eine freie Verkostung möglich. In der "Free Tasting Area" gab es einige interessante Tropfen thematisch sortiert zu entdecken. Eine aussergewöhnliche Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern. Unser persönliches Highlight in diesem Bereich: Der Grand Constance 2012 vom ältesten Weingut des Landes, Groot Constantia, ein edelsüsser Wein, der auch schon von Napoleon I. gerne getrunken wurde.

 

ProWein 2016    Grand_Constance

 

Hier geht es nicht nur um die wirtschafltiche Vermarktung von Wein. Die Ausstellung beschäftigt sich im Grundsatz mit dem Thema "Leidenschaft". Denn diese bringen die Winzer und Winzerinnen in ihr Produkt ein, das ist immer wieder aufs Neue zu spüren, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt. So schaffen sie es auch, die Leidenschaft zu uns Händlern überspringen zu lassen. Wir nehmen sie mit und bringen sie zu den Weingeniessern in Deutschland.
So haben wir im Rahmen der "ProWein goes city"-Veranstaltungsreihe am 11. und 12. März zwei tolle Verkostungen organisiert. Hier stellten wir am ersten Abend zehn unterschiedliche Weine aus unserem Programm zum Probieren bereit. Dazu gab es zahlreiche, kurzweilige Informationen unseres Gründers Oliver Willem Neusser, der sehr leidenschaftlich über Südafrika als Weinland und über die entsprechenden Tropfen sprach. Eine gemütliche Atmosphäre in den Design Offices Düsseldorf förderte die Stimmung auch der Teilnehmer unter einander. Am Samstag stand dann das Weingut Olifantsberg aus dem Breede River Valley im Vordergrund, dessen gesamtes Programm verkostet werden konnte. Beide Abende waren ausgezeichnete Möglichkeiten, einen Rundumblick über die südafrikanische Vielfalt zu bekommen.
Wer das verpasst hat, sollte hier nach weiteren Terminen ausschau halten. Es lohnt sich!

 

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Aktuelle Weinernte in Südafrika

Die Weinernten in Südafrika zeigen in der Regel keine großen Variationen wie in den Anbaugebieten der nördlichen Hemisphäre, da die Sommer eigentlich immer trocken und recht heiß sind. Trotzdem gibt es immer wieder Unterschiede zwischen den Jahren, die bei den Rotweinen eher Auswirkungen auf das Alterungspotential hat, bei Weißweinen eher auf die allgemeine Qualität. So können längere Hitzewellen den weißen Trauben den Geschmack und die Frische nehmen. 
Der Weinjahrgang 2016 wird in Südafrika vermutlich als einer der heißesten Weinjahre am Kap in die Geschichte eingehen. Wie sich die Weinqualität entwickelt, lässt sich derzeit nur mutmaßen. Die Lese ist in der Kapregion noch in vollem Gange. Mengenmäßig rechnen die Winemaker nahezu in allen Gebieten mit geringeren Erntemengen als im Vorjahr. Die enorme dürreähnliche Hitze, insbesondere im November und Dezember ist der Grund dafür. Die Trauben werden leichter sein und die Beeren kleiner ausfallen. Das stimmt aber viele Winzer zuversichtlich im Hinblick die Qualität der Beeren. Die Trauben sind gesund und können, unter der Voraussetzung eines optimalen Ernteverlaufs, sehr konzentrierte aromatische Weine hervorbringen. Optimal heißt für die Winzer, dass die Temperaturen im Verlauf der Erntesaison moderat bleiben und kühlere Nächte für Abkühlung der Reben sorgen. Selbst kurze leichte Regenschauer wären willkommen, da sie den Reifeprozess der Trauben verlangsamen. Besonders der Reifeverlauf der  roten Sorten wird im Moment kritisch beobachtet. Hier ist die nächtliche Abkühlung besonders wichtig, damit die Zuckerwerte der Trauben nicht allzu schnell in die Höhe schießen, während die Gerbstoffe wesentlich langsamer ausreifen. Das Resultat wären alkoholreiche Rotweine, gepaart mit grünlich wirkenden Tanninen. 

Doch das Erntejahr 2016 wird ein Ausnahmejahr, für viele Winzer eins der kniffligsten Jahrgänge seit 2002. Viele Winzer haben schon im Januar die verfrühte Gelbfärbung der Laubwand ihrer Reben bemerkt. Und reagiert. Mittels grüner Lese, sprich einer Reduktion der Traubenmenge am Stock.

Am heißesten wurde es in diesem Jahr jedoch für die Winzer an den Hängen des Simonsbergs bei Stellenbosch. Eine verheerende und mehrtägige Feuerbrunst bedrohte namhafte Weingüter u. a. Kanonkop, Thelema, Zorgvliet, Delheim um nur einige Namen zu nennen. Es verbrannten rund 3.000 Hektar Land. Die schädlichen Ausmaße auf den Weinbau und die Qualität der Trauben sind derzeit noch nicht abzusehen. Zahlreiche ehrenamtlichen Feuerwehrleute, Farmarbeiter und Anwohner gaben Mitte Januar alles, um die Weinbauern und ihre Familien zu unterstützen. 

Noch ist die Weinernte 2016 in vollem Gange. Es bleibt spannend und herausfordernd – und es heißt Daumen drücken für alle Winzer am Kap. 

 

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